Lifting oder ut oolt maakt jung

(Lifting)
eine Komödie von Pierre Chesnot

Deutsch von Christian Wölffer

Niederdeutsch von Arnold Preuß

4 Damen, 3 Herren

Bühnenbild: 1 Bild

Niederdeutsche Uraufführung:
2016 Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven, 12.11.2016

2016: Theater am Meer, NDB Wilhelmshaven (11-12/16)

Aufführungsrechte: Niederdeutsche Fassung Mahnke-Verlag, Verden

Chesnot behandelt hier höchst vergnüglich ein Thema, das im wirklichen Leben nicht immer Anlass zum Lachen ist: das Älterwerden. Auch Maximilian hat seine Probleme damit und lässt sich von Dr. Feuerbach zu einer Verjüngungsoperation überreden. Danach erkennt sich Maximilian fast selbst nicht mehr. Aus dem "alten" Mann ist ein tatendurstiger, temperamentvoller "Jüngling" geworden, der sofort erotische Frühlingsgefühle verspürt, als er seine attraktive und sportliche Nachbarin Alexandra erblickt. Sollte er bei der noch Chancen haben? Als er die erstaunlich reife Tochter seiner Angebeteten kennenlernt, glimmt Hoffnung bei ihm auf. Sollte Alexandra etwa auch bei Dr. Feuerbach...?

 

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 14. November 2016

Der alte Max wird plötzlich abenteuerlustig

UNTERHALTUNG Theater am Meer bringt mit „Lifting oder Ut oolt mookt jung" einen hinreißenden Dreiakter auf die Bühne

Die Zutaten stimmen: Ein geistreiches Stück ums Thema Älterwerden und ein spielfreudiges Ensemble sorgen für wendungsreichen Spaß.

VON WOLFGANG A. NIEMANN

WILHELMSHAVEN — Ein gutes Stück ist die halbe Miete und wenn dann auch noch ein spielfreudiges Ensemble wie einmal mehr das des Theaters am Meer eine tolle Leistung hinlegt, dann darf man geradezu erwarten, dass es zum Schluss Ovationen gibt.

So geschehen an diesem Sonnabend bei der Premiere von „Lifting oder Ut oolt mookt jung", ein hinreißender Dreiakter des französischen Komödienstars Pierre Chesnot, Deutsch von Christian Wölffer. Arnold Preuß hat das Stück ins Niederdeutsche übertragen, so dass dieser Abend auch eine Uraufführung war.

Es geht ums Älterwerden in einer Zeit, wo nur noch schön sein, fit sein, jung sein zählt. Im Mittelpunkt steht Maximilian Martin, den der Regisseur der Inszenierung, Arnold Preuß, hingebungsvoll spielt. Mit gerade 60 ist er schwer gebeutelt, denn nicht nur seine resolute Julia (Christel Dörnath) hat ihn nach 30 Jahren Ehe verlassen. Völlig überraschend wurde er vom lukrativen Posten in den Vorruhestand geschickt. Voller Selbstmitleid sitzt der Hagestolz nun da und klagt seiner Haushälterin sein Leid. Diese Frau Rebmann (Heidi Strowik) wirbelt durch das gesamte Stück als Frau mit Herz und viel Durchblick Und sie verweist Max auf die neue Schönheitsklinik von nebenan. Deren junger Chef Dr. Feuerbach (Jendrik Marschner) hat auch sofort die passende Therapie parat, auch wenn sich der charmante Bursche zunehmend als skrupellos geschäftstüchtiger Dr. Frankenstein für alternde Menschen erweist.

Frei nach seinem Buch „Leckerlis fürs Lifting" erbringt er ein wahres Wunder an Max, der sich noch junger und abenteuerlustiger fühlt, als er nach der Behandlung aussieht. Prompt verliebt er sich in Nachbarin Alexandra (Dagmar Wehrmann), die seine Gefühle erwidert, aber selbst so ihre Geheimnisse hat. Auch ihr ziemlich brägenklöteriger Vater, der betuchte Unternehmer Bertram, ist von Max angetan und hätte vielleicht auch einen Job für ihn. Walter Bleckwedel tüdelt in dieser Rolle herrlich als eine Art „running gag" durch das ohnehin sehr geistreiche Stück.

Die Annäherung zwischen Max und Alexandra strebt auf einen ersten Höhepunkt zu und Max kauft fürs abendliche Rendezvous spezielle Ampullen vom Doktor, obwohl der so kurz nach der „Behandlung" vor Übertreibungen warnt. Und die immer wieder störende Julia — obwohl sie doch ihren Eric-Emmanuel hat — weist auf die kommende Vollmondnacht hin. Bei Vollmond aber hat es Max eigentlich regelmäßig mit dem Ischias. Tatsächlich läuft dann auch so allerhand schief.

Der wendungsreiche Spaß bekommt einen weiteren Farbtupfer, als auch noch Ale xandras Tochter Marion (Svenja Eilers) auftaucht. So erwachsen, wo doch die Mutter vermeintlich 40 ist?! Mehr aber sei hier nicht mehr nicht verraten, denn diese leichtfüßige und zugleich hintersinnig witzige Komödie hat bis zum Schluss noch allerlei charmante Überraschungen zu bieten. Nach dieser rundum gelungenen Premiere die für pure Begeisterung sorgte, dürfen sich die künftigen Zuschauer auf ein Theaterstück freuen, bei dem vom Stück bis hin zum Auftreten sämtlicher Akteure einfach alles stimmt.

Die nächsten Vorstellungen im Theater am Meer, folgen  am 18. und 20. November, jewells um 20 Uhr sowie am 20. November auch um 15.30 Uhr.

Dagmar Wehrmann und Arnold Preuß in einer Szene aus "LIFTING oder UT OOLT MOOKT JUNG! - Niederdeutsche Erstaufführung am 12.11.2016 im Theater am Meer Wilhelmshaven.