Moin, Moin!

Hauptsaak gesund!

(Hauptsache gesund!)
Komödie in drei Akten von Simon Werner
Niederdeutsch von Arnold Preuß

3 Damen, 2 Herren

Bühnenbilder: 2 Wohnzimmer, Krankenzimmer

Niederdeutsche Uraufführung: 17. September 2016, Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven
2016: Theater am Meer, NDB Wilhelmshaven (9-10/16)

Aufführungsrechte: Ahn & Simrock Theaterverlag, Hamburg

Inhalt:
Nicole ist Schauspielerin und lebt seit Jahren mit Tom einem Fußballtrainer, glücklich - aber unverheiratet - zusammen. Als Nicole realisiert, dass sie schwanger ist, sieht sich das Paar mit den üblichen Fragen konfrontiert: Wie sagen wir es unseren Eltern? Können wir uns ein Kind überhaupt leisten? Wollen wir nun heiraten? Brauchen wir eine größere Wohnung? Ein größeres Auto? Wer geht weiter arbeiten - wer bleibt zu Hause? Und natürlich: Wollen wir einen Jungen oder ein Mädchen? Diese existentiellen Fragen werden zunächst mit Nicoles Mutter Dagmar, einer recht naiven und etwas weltfremden „Mama“ und Toms Vater Hans, einem rauen und etwas ungehobelten Seebären diskutiert.

Als Nicole bereits hochschwanger ist gerät sie mit Tom in einen Streit, an dessen Ende Tom aus der Wohnung stürmt und Nicole alleine zurück lässt - bei der natürlich genau dann die Wehen einsetzen. Im Krankenhaus findet sich Nicole in der Obhut der resoluten, aber herzlichen russischen Krankenschwester Olga, die nicht mit Lebensweisheiten spart. Auch Dagmar und Hans tauchen wieder auf - ebenso wie der nicht mehr ganz nüchterne Vater in spe, der zwar ohne Handy unterwegs war, aber einen zu Hause gefunden Einkaufszettel als für ihn geschriebene Nachricht interpretiert.

Antworten werden gefunden - neue Fragen werden gestellt - eine ganz Entscheidende, es wird gestritten und sich versöhnt, und auch ein Geheimnis wird gelüftet, bevor sich die beiden Liebenden am Ende einig sind, wenn es um das Kind und dessen Zukunft geht: „Hauptsache gesund!“

 

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 20. September 2016

Schwangerschaft wird zur großen Probe

THEATER Ausverkaufte Premiere von „Hauptsaak gesund!" im „Theater am Meer" — Publikum begeistert

Die niederdeutsche Bühne befasst sich im neuen Stück auf komödiantische Weise mit dem Elternwerden. Für die Zuschauer gab es dabei trotz teils ernster Themen viel zum Lachen.

VON KIM MAYA SUTTON

Positive Nachrichten? Claudia Ducci (als Nicole) und Andre Gelhart (als Tom) schauen sich in dieser Szene des neuen Stücks des „Theaters am Meer" die Verfärbung des Schwangerschaftsteststreifens ganz genau an.  -  FOTO: THEATER AM MEER/PREUSCHOFF/P

WILHELMSHAVEN — Mit dem Babysitter-Boogie von Ralf Bendix öffnete sich bei der ausverkauften Premiere im „Theater am Meer" die Bühne der Vorhang zum Schwangerschaftstest von Tom (André Gelhart) und Nicole (Claudia Ducci) - rosa, also positiv. Was folgte, war mit „Hauptsaak gesund" eine rasante Komödie von Jens Hajek und Claudia van Veen, von Arnold Preuß ins Niederdeutsche übertragen. Die Themen waren teilweise eigentlich eher ernst, aber allesamt hinreißend komisch dargestellt und getextet; besonders die männlichen Zuschauer lachten herzhaft und laut.

Das Leben des jungen glücklichen Paares schien nun vollkommen oder vielleicht auch vollkommen aus den Fugen geraten. Nicoles überkandidelte Mutter mit ihren diversen Versprechern - Kohlenhydranten, Ultraschnelltest und hydroventilatieren - war doch irgendwie noch charmant, wenn auch sehr raumeinnehmend. Toms Vater, der alte Seebär, der nicht nur selber viel größer schien als alle anderen, sondern auch den größten Teddy mitbrachte, spann auch mal Seemannsgarn, wenn er von seinen Besuchen in Sankt Petersburg erzählte. Die Krankenschwester Olga hatte diverse russische Weisheiten parat, die sie gekonnt je nach Thematik auf Russisch vortrug und dann für die Patientin ins Niederdeutsche übersetzte.

Bemerkenswert war neben der schauspielerischen Leistung das wandelbare Bühnenbild, mal Wohnstuv mit Küche, mal Krankenhausraum mit Flur. Claudia Ducci schaffte es tatsächlich, zunächst Nutella zu essen und anschließend eine saure Gurke zu vernaschen - ohne sich zu verschlucken oder einem Hustenanfall zu erliegen. Für die Darbietung dieses Klischees wurde sie während des Nutella-Löffelns belächelt, dann aber offen bestaunt.

Die Zuschauer haben sich offensichtlich in vielen Szenen wiedergefunden. So waren etwa in der Diskussion, ob Tom als Fußballtrainer oder Nicole als Schauspielerin zu Hause bei dem Baby bleiben sollte, mehrere zustimmend gemurmelte Beiträge aus dem Publikum vernehmbar. Auch als es um die Frage ging, ob nun Fliederbeeren gut für Babys oder die Verdauung seien, wurde herzhaft gelacht und zustimmend genickt. Nicht zuletzt die Diskussion, ob nun Großmutter oder Oma, Großvater oder Opa, die Tatsache, dass man sicher der oder die beste werden würde, war hinlänglich bekannt im Publikum und wurde beklatscht.

Ob nun ein Mädchen, dem man das Stricken und Häkeln würde beibringen können oder ein Junge, mit dem man Raufereien beginnen könnte, am Ende zählt doch wirklich nur eins: Hauptsache, gesund. Dann sind auch all die Schwierigkeiten, wie die vermasselte Chance, Hauptdarstellerin zu sein, der verpasste Besuch mit den Fußballkumpels in Budapest, die anstrengende Schwangerschaftsgymnastik und alle Zweifel was mit einem Schreikind passieren solle (Lösung: zu DSDS!) vergessen.

Die Träume vom Kind, das den Nobelpreis erhält und sich bei den Eltern bedankt, dem, das in der Imbissbude steht und fragt ob zu den Pommes Ketchup oder Mayo soll, oder dem, das im Knast sitzt und auf das Ende der Besuchszeit hinweist, sind ebenso verpufft wie die Zweifel des jungen Vaters ob er denn reif genug für ein Kind sei. Sicher werden ihm nach der Entbindung von Zwillingen (Mädchen und Junge) ganz neue Fragen gekommen sein.

Den fünf Darstellern war die Lust am Schauspiel anzumerken und das Publikum au-gen- und ohrenscheinlich einhellig der Meinung: eine sehr gelungene Aufführung - die übrigens auch für Zuschauer, die des Niederdeutschen nicht mächtig waren, durchaus nachvollziehbar war.

@ Mehr Informationen und die weiteren Termine für „Hauptsaak gesund" unter www.theater-am-meer.de

 

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 20. September 2016

Romantische Verstrickungen wie im echten Leben

Theater am Meer zeigt „Hauptsaak gesund!“ – Stück wird mit minutenlangem Applaus belohnt

© DIETMAR BÖKHAUS

Schwanger – und jetzt? Nicole und Tom, gespielt von Claudia Ducci und André Gelhart, sind überfordert.

WILHELMSHAVEN / Boe - „Ich freue mich auf die Aufführung einer frischen Komödie mit einem Schauspielteam, mit dem die Zusammenarbeit ein Traum war“, sagte Regisseurin Nina Arena vor der Premiere des Stückes „Hauptsaak gesund!“ von Jens Hajek und Claudia van Veen im Theater am Meer (TaM) am vergangenen Sonnabend. Und sie konnte sich freuen, denn die Uraufführung der Komödie, die die „Speeltiet 2016/ 2017“ eröffnete, war ein voller Erfolg.

Die niederdeutsche Fassung von Bühnenleiter Arnold Preuß, in Szene gesetzt von der Bremerhavener Regisseurin Nina Arena, wurde gleich zu Beginn mit Applaus bedacht. Gezeigt wird die mittelmäßige Schauspielerin Nicole, dargestellt von Claudia Ducci, und der von der großen Fußballbühne träumende Trainer Tom (André Gelhart) – ein Paar, das plötzlich zu Eltern wird.

„Ducci und Gelhart zeigen, dass die junge Theatergarde alles spielen kann, und zwar so realistisch, dass der Gast meint, er stehe im richtigen Leben“, so ein Besucher. Nicole ist schwanger, aber so richtig glauben können beide es nicht. Das Leben des Paars zieht sich turbulent in drei Akten über die Bühne. Unverheiratet, aber glücklich fragen sich die beiden: Schwanger – und was jetzt?

Von Nicoles weltfremder Mutter Dagmar (Helga Lauermann) ist keine wirkliche Unterstützung zu erwarten. Ins Spiel kommt mit Toms Vater Hans, genial von Rolf-Peter Lauxtermann mit Leben erfüllt, ein ungehobelter Seemann, der mit seinen Sprüchen die Lachmuskeln strapaziert. Im Krankenhaus, Nicole erwartet ihr Baby, kümmert sich die Krankenschwester Olga (Sandra Krüger) mit gut gemeinten russischen Weisheiten, um die hochschwangere Frau. Auch hier bleibt kein Auge trocken, denn Mutter Dagmar und Vater Hans tauchen auf und verbreiten Hektik.

Was wird es, ein Junge oder Mädchen? Hier sind sich Tom, der sehr angeheitert am Wochenbett auftaucht, und Nicole einig. Egal ob Junge oder Mädchen: „Hauptsaak gesund!” Romantische Verstrickungen, die an dieser Stelle nicht verraten werden sollen, machen das Chaos dann perfekt. Die Premiere wurde mit minutenlangem Applaus belohnt.

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